Es gibt zwei Sorten von Finanzierungsrunden: solche, die ein Start-up am Leben halten, und solche, die einen laufenden Motor schneller drehen lassen. Parkn’Sleep hat 2025 den operativen Break-even erreicht und startet die zweite Runde ausdrücklich als „Beschleunigungskapital“. Im Gespräch mit der Investment-Plattform OOMNIUM erklärt Gründer Lukas Imhof die Zahlen dahinter, wir fassen die wichtigsten Aussagen auf Deutsch zusammen.
347’000 Franken, und was daraus wurde
Die erste OOMNIUM-Runde brachte 347’000 Franken, die vollständig in Plattform-Entwicklung, den Ausbau des Gastgeber-Netzwerks und die Validierung im echten Markt flossen. Der Massstab dabei war kompromisslos: „Wachstum ohne funktionierende Unit Economics bringt nichts“, sagt Imhof, jede einzelne Buchung musste wirtschaftlich tragfähig sein, bevor skaliert wird. Die wichtigste Lektion aus früheren Gründungen und Exits des Teams: „Einfachheit gewinnt.“ Viele Start-ups verlieren sich in Features; Parkn’Sleep setzt auf Automatisierung, standardisierte Prozesse und neue Erlösquellen erst dann, wenn die bestehenden validiert sind.
Die Zahlen, die aufhorchen lassen
Zwei Kennzahlen stechen heraus: Die Supportkosten liegen bei nur 0,8 Prozent der Buchungen, die Kundengewinnung kostet 1.65 Franken pro Nutzer. Beides ist kein Zufall, sondern Architektur: Die gesamte User Journey ist auf Self-Service ausgelegt, Check-in und Kaufentscheidung passieren direkt vor Ort am Platz, wodurch sich der Support auf wenige Minuten komprimiert. Und weil Beschilderung und künftig die Pitch-Control-Säulen gleichzeitig als Marketing- und Onboarding-Kanal wirken, entstehen neue Nutzer am Point of Sale, genau das macht tiefe Übernachtungspreise überhaupt erst wirtschaftlich.
40 Prozent für die Hardware
Bemerkenswert ist die Kapitalallokation der neuen Runde: 40 Prozent fliessen in Pitch Control, die autarke Reservierungssäule, die im Herbst 2026 breit lanciert wird. Hardware gilt als teuer und komplex, warum also selbst? Imhofs Antwort: Der Markt ist physisch, Software allein löst das Problem nicht, wenn man den Betriebsaufwand wirklich senken will. Das Risiko bleibt kontrolliert: Die Hardware wird vom Partner gefertigt und exklusiv an Parkn’Sleep lizenziert, sie existiert bereits und braucht keine teure Eigenentwicklung.
Gründer ohne Gehalt, mit Absicht
Ein öffentliches Bekenntnis des Teams sorgt für Aufmerksamkeit: Die Gründer beziehen erst dann Löhne, wenn diese vollständig aus dem operativen Geschäft finanziert sind, nicht aus Investorengeldern. „Das ist kein Verzicht, das ist unsere Struktur“, so Imhof: Alle Gründer haben Mandate, Nebenprojekte und teils erfolgreiche Exits im Rücken. Das Kapital fliesst so vollständig ins Wachstum statt in Fixkosten, möglich gemacht durch eine Plattform, die hochautomatisiert mit minimalem Personalbedarf läuft.
Der Markt: 20 Milliarden, kein dominanter Player
Der europäische Campingmarkt ist 16 bis 20 Milliarden Euro schwer, und weitgehend analog und fragmentiert. „Es gibt keinen dominanten Player und keine bestehende Infrastruktur, die den heutigen Reisebedürfnissen gerecht wird“, sagt Imhof. Genau darin liegt die Chance, einen neuen Standard zu setzen: Mit über 10’000 Stellplätzen und mehr als 70’000 Nutzern in Europa sieht sich Parkn’Sleep in der Position, diese Rolle zu übernehmen. Die nächste Phase heisst Professionalisierung, von Gastgebern, Campern und Destinationen.
📈 Die ganze Geschichte: Wie es zur Community-Finanzierung kam, liest du in unserem Rückblick „In der Höhle der Löwen“, alle Informationen zur Beteiligung unter parknsleep.com/investieren.
Zusammengefasst und aus dem Englischen übersetzt nach dem Interview im OOMNIUM Founders Blog (April 2026). Kennzahlen gemäss Unternehmensangaben im Original. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung, Investieren birgt Risiken.






